Die Herstellung von Honig

Honig ist ein wahres Naturprodukt, ein Geschenk, das uns Menschen quasi verzehrfertig von den Bienen zur Verfügung gestellt wird. 

Honig ist im Prinzip nichts anderes als durch Bienen veränderter und eingedickter Blütennektar bzw. Honigtau. Die Imker*innen stellen quasi nur noch sicher, dass der von den Bienen produzierte Honig sicher, sauber und lagerfähig an die Konsument*innen übergeben werden kann.

Wie stellen Bienen Honig genau her? 

Die Honigherstellung ist ein aufwendiger Prozess, den die Bienen in perfekter Teamarbeit erledigen. Die Imkerin Annika Singer erklärt mir: 

„Es ist eine Gemeinschaftsarbeit. Die Sammlerin kommt zum Stock und übergibt den Honig an die Transportbiene, die schon am Eingang wartet. Es ist ein Prozess von Abgeben und Aufnehmen. Während dieses Prozesses verdampft immer mehr Wasser, so dass der Honig trockener wird. Man sagt, dass der ursprüngliche Nektar bzw. Honigtau die dreifache Menge des fertigen Honigs war.“

Die Bienen wandeln den aus aus dem Zweifachzucker Saccharose bestehenden Nektar in die Einfachzucker Fruktose und Glukose um, entziehen dem Nektar Wasser, setzen Enzyme zu und speichern ihn in den Waben, damit der Honig für den Winter konserviert wird. Die Imker*innen „rauben“ den Bienen also im Prinzip die eingelagerte Nahrung, die das Volk benötigt, um durch den Winter zu kommen. Im Gegenzug werden die Bienen für die kalte Jahreszeit mit einer Zuckerlösung gefüttert, wobei insbesondere biologisch arbeitende Imker*innen den Bienen nicht den gesamten Honigvorrat wegnehmen.

Honigwaben entdeckeln

Die Aufgaben der Imker*innen

Die Imker*innen übernehmen also den „perfekten“ Honig und verarbeiten ihn, wie folgt, weiter: Die Imker*innen ziehen die in Holzrahmen von den Bienen gebauten Waben aus dem Stock. Da die Bienen den Honig zum Schutz mit Wachs überziehen, müssen die Waben „entdeckelt“ werden, d.h. die obere Wabenschicht wird abgekratzt. Die nun geöffneten Waben werden entweder per Hand oder maschinell geschleudert (es gibt aber auch Presshonig, der nicht geschleudert wird). Mit Hilfe der Schleuderung oder des Pressens wird der Honig aus den Waben gewonnen. Nach dem Schleudern wird er durch verschieden feine Siebe gefiltert, gerührt und abgefüllt. 

Durch das fachmännische Rühren werden lange Zuckermoleküle, die Kristalle bilden, in kürzere geteilt. Der Honig erhält so eine cremige Konsistenz, was viele Konsumenten schätzen. 

Wie wird guter Honig hergestellt?

Mich interessieren zudem besonders die unterschiedlichen Qualitäten und die große Preisspanne bei Honigen. Der Berliner Imker Marc-Wilhelm Kohfink erklärt mir die Preisunterschiede:

„Günstiger Honig stammt meist aus Regionen, in denen ganzjährig Honig hergestellt werden kann. Damit entfallen Kosten für das Zufüttern, die hiesige Imker haben. Zudem sind die Personalkosten in vielen anderen Ländern viel geringer.“

Prinzipiell kann überall auf der Welt guter Honig hergestellt werden. Neben der Unterstützung hiesiger Imker*innen und ökologischer Gründe, ist auch folgendes Argument vom Imker Kohfinke bei der Kaufentscheidung wichtig: „Honig kann importiert werden, die Bestäubung aber nicht.”

Auch bei heimischen Honigen kommt es zu Preisunterschieden. So sind direkt vertriebene Honige, biologisch geimkerte Honige (s. Seite 52-53) und seltene sowie schwer herzustellende Sorten (z.B. Heidehonig) teurer als Supermarktware. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass Qualitätshonige weniger Wasser und somit einen intensiveren Geschmack haben: Günstiger Honig hat meist einen Wassergehalt, der die von der Honigverordnung zugelassene Grenze von 20% enthält. Ein Qualitätshonig hat einen Wassergehalt von weniger als 18%, oft sogar nur 15-17%.

Die Vielfalt unterschiedlicher Qualitätshonige finden Sie im neuen TRY Honig Probierset


In diesem Sinne, bleiben Sie neugierig!

Ihr
Jörn Gutowski
Gründer TRY FOODS