Der Geschmack von Honig

flüssiger Honig auf dem Löffel

Anders als Zucker ist Honig nicht einfach nur süß, sondern kann je nach Sorte auch blumig, fruchtig oder malzig schmecken. Für das neue TRY Honig Set haben wir ausführlich verschiedene Honige verkostet und versucht, Honige nach Geschmack einzuordnen.

 

Geschmacksunterschiede bei Honigen

Honig ist vor allem süß, richtig. Allerdings scheint es auch eine Note zu geben, die mir signalisiert, dass ich nicht Zucker, sondern eben Honig esse. Aber wer hat schon mal bewusst verschiedene Honige nebeneinander probiert und sich auf die verschiedenen Aromen von Honig eingelassen?

Dabei gibt es viel zu entdecken. Jeder Honig hat eine spezielle Zusammensetzung an Zuckern, Pflanzenstoffen und Mineralien, die für einen eigenen Geschmack sorgen.

Annika Singer beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Verkosten von Honigen (weitere Infos dazu auf: www.honigschlecken.de). Dazu bietet sie Workshops in München an, die regen Zulauf erfahren. Für die Beschreibung der Honige nimmt sie ein von Marianne Kehres speziell für Honig entwickeltes Aromenrad zur Hilfe, das sieben mögliche Geschmacksdimensionen zeigt:

  1. Süße (fein bis intensiv)
  2. Säure (fein bis intensiv)
  3. Frucht (frische Frucht wie Apfel bis Trockenfrucht wie Rosine)
  4. pflanzlich (z. B. blumig, würzig, bitter)
  5. tierisch (Bienenwachs usw.)
  6. chemisch (mentholisch, parfümiert)
  7. Holz (z. B. harzig, herb, rauchig)

 Abfüllung von frischem Honig

Honige probieren

Zum Honigverkosten braucht man nicht viel: Neben einem Teelöffel und ein bisschen Brot und Wasser zum Neutralisieren benötigt man nur ein bisschen Aufmerksamkeit. 

  1. Schaut Euch zuerst den Honig an
  2. Riecht ausgiebig
  3. Dann erst in den Mund nehmen
  4. Lasst den Honig im Mund, bevor Ihr ihn herunterschluckt. Achtet auf die Aromen und die Konsistenz, die ebenfalls wichtig für da Geschmacksempfinden ist.

Viele gute Honige durchlaufen eine geschmackliche Entwicklung. Der Geschmack bzw. die Aromen ändern sich vom Geruch über den ersten Kontakt mit der Zunge bis zum Abgang. Gemeinsam erzählen die Farbe, die Konsistenz und der Geschmack etwas über die Herkunft, die Jahreszeit und die Zusammensetzung des Honigs. Hier sind einige interessante Zusammenhänge:

 

Unterschiedliche Honig-Typen

Flüssiger und fester Honig:

Je flüssiger der Honig, desto höher ist der Anteil an Fruktose im Vergleich zur Glukose. Honige mit höherem Glukosegehalt müssen korrekt gerührt werden, damit sie beim Verkauf cremig sind. Oft kristallisieren sie nach einiger Zeit im Glas. Dies hat also nichts mit der Qualität, sondern allein mit den Zuckersorten zu tun.

Da Fruktose süßer als Glukose wahrgenommen wird, haben flüssige Honige einen süßeren Geschmack als feste Honige.


Heller und dunkler Honig:

Bienen nehmen entweder den süßen Saft des Blütennektars oder Honigtau auf, um daraus Honig zu gewinnen. Je höher der Anteil an Honigtau desto dunkler ist der Honig. (Es gibt zum Beispiel italienische Waldhonige, die fast schwarz sind und somit fast ausschließlich aus Honigtau bestehen.) Honigtau schmeckt normalerweise kräftiger (manchmal auch "tierischer") als der oft blumige Blütennektar. 


Welcher Honig-Typ seid Ihr?

Mögt Ihr eher milde, helle und flüssige Honige, so passt ein Honig aus dem Frühjahr/Frühsommer aus Blütennektar wie z. B. Akazienhonig. Mögt Ihr es mild aber bevorzugt ein feste Konsistenz, nehmt einen Rapshonig. 


Mögt Ihr eher dunkle, kräftige und flüssige Honige, so passt ein Honig aus dem Spätsommer/Herbst aus Honigtau wie z.B. Waldhonig. Bevorzugt Ihr eher feste und herbe Honige, greift zum Heidehonig.

 

In diesem Sinne, bleibt neugierig!

Euer
Jörn Gutowski
Gründer, TRY FOODS