Übersicht über verschiedene Kaffeesorten

Früher hieß es einfach: "Einen Kaffee bitte." Heute kann man in guten Cafes aber bereits zwischen verschiedenen Kaffeesorten wählen, bzw. man erfährt zumindest, welche Kaffeesorte ausgeschenkt wird. Aber wissen Sie auch, was einem die Kaffeesorte überhaupt sagt? Ich möchte Ihnen gern einen kleinen Überblick über die Welt der Kaffeesorten verschaffen.

Die Hauptsorten: Arabica und Robusta

Es gibt zwar unzählig viele Kaffeesorten, aber für den weltweiten Genuss des Kaffees sind nur zwei Sorten wirklich wichtig: Coffea Arabica (aus der die Kaffeesorte Arabica gewonnen wird) und Coffea Canephora (aus der die Sorte Robusta hervorgeht). Diese beiden Hauptsorten machen deutlich über 95% des weltweiten Handels mit Kaffee aus. Die drei weiteren, die oft getrennt aufgeführt werden, sind: Liberica (geschmacklich minderwertige Sorte), Maragyope (oder auch "Elefantenbohne" genannt, ist eine Kreuzung aus Liberica und Arabica, die manchmal auch einfach als Untersorte von Arabica gilt) sowie Kopi Luwak (umstrittener Kaffee, der von einer Meerkatze verdaut und wieder ausgeschieden wird).

Arabica, die Königin der Kaffeesorten

Arabica wird seit tausenden Jahren in Äthiopien, dem Heimatland des Kaffees, verzehrt. Arabica Bohnen haben geschmacklich und somit qualitativ das höchste Potential aller Kaffeesorten. Besonders in der sogenannten "Third-Wave" Kaffee-Bewegung, die sich hochwertigen, hell gerösteten Kaffees für Brühverfahren (der gute alte Filterkaffee) verschrieben hat, spielt eigentlich nur Arabica eine Rolle. 

Die ursprünglichen Arabica Bohnen haben sich von Äthiopien ausgehend über alle Kaffeeanbaugebiete der Welt ausgebreitet. Im Laufe der letzten Jahrhunderte sind durch Kreuzungen und Mutationen viele verschiedenen Varietäten bzw. Unterarten der Arabica-Bohne entstanden, die nun eine immer größer werdende Bedeutung einnehmen. Sie sind vergleichbar mit den unterschiedlichen Rebsorten beim Wein. Auf den Kaffeeetiketten findet man immer häufiger den Namen der angebauten Varietät (wie z.B. Bourbon, Geisha, Catuai, Typica oder Caturra) neben der Information zur Region und ggf. der bestimmten Plantage. Ähnlich wie beim Wein geben die Kaffeevarietäten bestimmte Geschmacksausrichtungen vor. Sascha Spittel von meiner Partnerrösterei Tres Caezas sagte mir dazu:


„Meiner Meinung nach sind ca. 50% der Geschmacksausrichtung abhängig von der Varietät. Die weltweite Aufmerksamkeit für das Thema Varietäten begann vor allem damit, dass eine Geisha-Varietät aus Panama im Jahr 2006 bei einer Auktion zum ersten Mal einen Preis von 120 US-Dollar pro Pfund für den Rohkaffee erzielt hat. Das ließ viele Leute aufhorchen und beeinflusste auch mich dahingehend, dass ich mich verstärkt über das Thema Kaffeevarietäten informiert habe.“

Robusta: der holzige Nachzügler

Die Robusta Bohnen wurden erst viel später als Arabica für den Konsum gezielt angebaut. Die erste große Ausbreitung fand zur Kolonialzeit statt. Und zwar wollten die Belgier in ihrer Kolonie Kongo eigene Kaffeefelder besitzen, um vom weltweiten Boom im Kaffeehandel zu profitieren. Und da im Kongo Robusta wuchs, wurde dieser angebaut.

Geschmacklich ist Robusta meilenweit vom Arabica entfernt. Normalerweise schmeckt er vor allem bitter, da die Bohne doppelt so viel Koffein beinhaltet wie Arabica und Koffein ein Bitterstoff ist. Der Grund, warum Robusta trotz der geschmacklichen Defizite angebaut wird, ist die Resistenz der Pflanze gegenüber Schädlingen und Krankheiten, wodurch man durchschnittlich einen viel höheren Ernteertrag als bei Arabica-Pflanzen erzielt.

Robusta wird primär in Espressomischungen verwendet. Hier sorgt sie für den oft gewünschten starken, bitteren Geschmack und die Crema (den Schaum auf dem Espresso). Heute ist übrigens nicht mehr der Kongo, sondern Vietnam zum größten Robusta-Anbaugebiet der Welt aufgestiegen.

Unterschiedliche Kaffeesorten probieren

Um die unterschiedlichen Aromen der Kaffeesorten kennenzulernen, eignet sich besonders eine Kaffeeverkostung (oder auch "cupping" genant), die viele Spezialitätenröstereien anbieten. Eine wunderbare Alternative für zu Hause ist das TRY Kaffee Probierset. Hier können Sie fünf verschiedene Kaffees aus fünf Ländern nebeneinander probieren und erhalten dank des mitgeschickten Booklets viele Informationen und Tiipps rund um das Thema Kaffee.