Wermut: Der neue Trend?

Wermut: ein neuer Getränke-Trend?


Als Geschmacksvermittler treibe ich mich gern auf Messen herum oder spreche mit Expert*innen über neue Produkte und Trends. Seit einigen Jahren sagen Spirituosenkenner*innen einen einen Wermut-Trend voraus. Wenn ich aber über Wermut in meinem Bekanntenkreis spreche, bekomme ich von den meisten eher ein angestrengten Gesichtsausdruck zurück. Eine typische Reaktion ist: "Wermut? Oh nee, daran habe ich schlechte Erinnerungen." 

Warum Wermut trotzdem das Zeug hat, das Versprechen, dass viele Expert*innen in dem aromatischen Likörwein sehen, zu erfüllen, möchte ich gern mit euch teilen. Hier sind vier gute Gründe:

 

1. Keine Angst vor Geschmack 

Ob Craftbiere, Naturweine oder gereiftes Dry-Age Fleisch: Wir haben keine Angst mehr vor viel Aromatik. Während über viele Jahre die Beschreibung "mild" als eine hochgehaltene Geschmackscharakteristik für Lebens- & Genussmittel in Deutschland galt, so suchen immer mehr nach Aromenexplosionen und Geschmacksabenteuern. Und hier hat Wermut mit seiner komplexen Aromatik sehr viel zu bieten. (Wenn ihr mehr über den Geschmack von Wermut erfahren wollt, könnt ihr das in diesem Artikel nachlesen.) 

 

2. Renaissance traditioneller Cocktailkunst

Ein Glück scheint die Zeit schlechter Cocktails in großen Gläsern mit billigem Fuselschnaps und viel Obst garniert vorbei zu sein! Immer mehr Bars setzen auf hochwertige Cocktails und besinnen sich der reichen und spannenden Cocktail-Tradition, die besonders im angelsächsischen Raum eine große Bedeutung hatte. Barkeeper haben wieder viele alte Klassiker auf ihre Karten gesetzt, bzw. entwickeln ihre eigene Kreationen basierend auf alten Rezepten. 

Ein vielgesehener Gast alter Cocktailrezepte ist Wermut. Vieler der bekanntesten Klassiker (wie Martini, Manhattan, Negroni) kommen ohne Wermut nicht aus. Somit kommen die meisten von uns wohl über gute Cocktails in Kontakt mit Wermut. (Hier findet ihr einige Cocktail-Ideen mit Wermut.)

 

3. Die Gin-Brücke: 

Gin und Wermut sind nicht nur der kongeniale Partner in vielen klassischen Cocktails, sondern beide teilen auch die gleichen Inhaltsstoffe (Botanicals) und somit eine verwandte Aromatik, die besonders gut harmoniert. 

Da Gin die unbestrittene In-Spirituose der letzten Jahre ist, muss man nur noch einen kurzen Weg über die aromatische Brücke zum Wermut gehen...

 

Lust verschiedene Wermute zu probieren? 
Hier gehts zu unserem TRY Wermut Tasting 


4. Weniger Alkohol ist mehr

Ein Grund, warum viele diese Brücke überqueren könnten, ist ein weiterer aktueller Trend: Getränke mit weniger Alkohol. Wermut mit seinen 14,5% bis 21,9% hat deutlich weniger Alkohol als viele Spirituosen, kann aber aromatisch trotzdem mithalten. Zu guter Letzt kann man Wermut (genau wie Gin) wunderbar mit Tonic mischen und hat so ein noch leichteres, sommerliches Getränk. 


Die Entwicklungen sind also da, mal schauen, ob bzw. wann Wermut zum
großen Trend-Getränk wird...

In diesem Sinne bleibt neugierig!

Euer
Jörn Gutowski
Gründer, TRY FOODS