Welches Tonic passt zu meinem Gin?

Die Welt des Genusses ist auf den ersten Blick sehr kompliziert geworden. Früher wurde einfach ein Gin & Tonic bestellt...

... und heute wird man nicht mehr nur gefragt: "Welcher Gin soll es denn sein?" - sondern auch: "Und welches Tonic möchten Sie dazu?" Das kann im ersten Moment schon überfordern!

 

Was ist Tonic?

Tonic Water wurde als Medizin erfunden, um das Malariamittel Chinin (Inhaltstoff der Chinarinde) genießbar zu machen. Zu den Basiszutaten (Chinin, Zucker, Zitrone und Wasser) kommen je nach Rezeptur Gewürze oder Kräuter, z. B. Zitronengras oder Piment – also, eine bittere Limonade mit Botanicals. Die Botanicals sind auch eine Schnittmenge zum Gin. Sie könnten erklären, warum die beiden zu einem so unzertrennlichen Pärchen geworden sind. Der Gin-Experte Frederic Du Bois weisst darauf hin, dass die bittere Note des Chinins sehr gut zur bitteren Note des Wacholders passe und dass dies die Basis dafür sei, dass Gin und Tonic so wunderbar harmonieren.

 

Welche Unterschiede gibt es beim Tonic Water?

Eine mögliche Kategorisierung von Gins findet sich auf diesem Artikel. Für die Geschmackskategorien von Tonic Waters benutzen wir Christian Kopps Ansatz, der auf seinem Blog www.ginspiration.de zu finden ist:

Klassisch/neutral: bitter mit feinen Zitrusnoten; geben charaktervollen, klassischen Gins Raum zur Entfaltung.

Floral/fruchtig: fruchtige Noten geben dem Gin Frische, blumige ein weiches Gefühl.

Würzig/herb: bitter-fruchtige Noten rücken zurück, würzige Noten bereichern ursprüngliche Bestandteile im Gin.
Dry: sehr trocken, sehr bitter mit wenig Zucker.
Leicht: zurückhaltender Geschmack, weniger bitter, leicht süßlich und fein fruchtig.
 

 

Welche Gins passen zu welchen Tonics?


Die Verbindung von gleichartigen Gins und Tonic Waters kann man als Basis beschreiben. Das bedeutet, man mischt einen trockenen Gin mit einem trockenen Tonic, einen fruchtigen Gin mit einem fruchtigen Tonic usw. Darauf aufbauend kann man beginnen, zu experimentieren und sehen, ob vielleicht auch gegenteilige Aromen harmonieren. Also, z.B. ein herbes Tonic mit einem fruchtigen Gin.  

Wir haben ein bisschen ausprobieren, um die Traumpaarungen für die fünf Gins aus dem TRY GIN Set zu finden: 

  • Old English mit einem leichten, süßlichen Tonic (Fevertree Naturally Light)
  • Helsinki Dry mit einem klassischen Tonic (Fevertree Premium Indian Tonic)
  • 5 Continents mit einem würzigen Tonic (Fevertree Mediterranean)
  • Jos. Garden mit einem fruchtigen Tonic (gelbes Aqua Monaco)
  • Beim Hoos Reserve ist es aufgrund der Fassreife etwas schwieriger, den passenden Counterpart zu definieren. Endlich entscheiden wir uns für ein leichtes Tonic (Green Monaco).


Und was ist los mit der Garnitur?

Meist wird Gin & Tonic nicht einfach nur auf Eis, sondern mit Garnitur serviert. Während es traditionell eine Zitrone war, werden heute gern unterschiedlichste Garnituren wie Salatgurke oder Rosmarin serviert.
Allerdings raten die Gin-Experten zur Vorsicht: „Da die Garnitur oben im Glas ist, riecht man sie zuerst. Sie kann zwar erfrischend sein, aber z. B. Gurke ist so dominant, dass der Gin nicht ‘rauskommt. Mit Gurke schmecken mir viele Gin & Tonics einfach gleich,“ erzählt Christian Kopp.
Mit sehr kräftigen Tonics und ausgefeilten Garnituren kann man also besonders gut den Geschmack des Gins kaschieren. Wenn man aber einen tollen Gin hat, ist es sinnvoll, dass man den Charakter im Gin & Tonic weiterhin vorfindet.

Zusammenfassend ist die Auswahl eines Tonic Water zwar nicht ganz einfach, aber wenn man unseren oben genannten Tipp verfolgt, kann man auch nicht viel falsch machen. Und gerade das Ausprobieren und das Entdecken von neuen Gin-Tonic-Kombinationen ist ja auch der halbe Spaß! Unser Empfehlung ist deshalb einfach: Experimentieren, bis man die beste Kombination für sich gefunden hat!