Verschiedene Kaffeesorten

Verschiedene Kaffeesorten (roh und geröstet) Foto: Ole Schwarz für TRY FOODS

Beim Wein wissen wir von verschiedenen Rebsorten, aber kaum jemand könnte wahrscheinlich mehr als drei oder vier Kaffeesorten nennen. Dabei ist die Sortenvielfalt beim Kaffee in etwa genauso groß wie beim Wein. 

 

 

Die Hauptsorten: Arabica und Robusta

Kaffeebohnen sind die beiden Hälften der Kerns der Kaffeekirsche. Diese Frucht wächst an der Kaffeepflanze Coffea, die zur Familie der Rubiaceae (Rötegewächse) gehört und die in zahllosen Untersorten vorkommt.

Für den weltweiten Genuss des Kaffees sind aber nur zwei Sorten wirklich wichtig: Coffea Arabica und Coffea Canephora (aus der die Sorte Robusta hervorgeht). Für viele, besonders im Bereich des Spezialitätenkaffees, ist die Sorte Arabica die edlere. 

In Äthiopien wurden die Arabica-Bohnen seit tausenden von Jahren benutzt. Die Sorte Robusta, die aus dem heutigen Kongo stammt, wurde erst in der Kolonialzeit im großen Maßstab angepflanzt, da Belgien mit seiner Kolonie ebenfalls vom weltweiten Kaffee-Boom profitieren wollte. Geschmacklich ist Robusta aber meilenweit vom Arabica entfernt. Wie der Name Robusta suggeriert, ist die Pflanze resistenter gegenüber Schädlingen und Krankheiten und weniger sensibel, was bestimmte Klimabedingungen angeht, wodurch ein sehr hoher Ernteertrag erzielt werden kann.

Meistens schmeckt Robusta allerdings nicht so vielfältig und aromatisch wie Arabica. Aus Robusta erhält man relativ bitteren Kaffee, da die Bohne doppelt so viel Koffein beinhaltet wie Arabica und Koffein ein Bitterstoff ist. Deshalb wird Robusta sehr gern in Espressomischungen verwendet. Hier sorgt sie für den oft gewünschten starken, bitteren Geschmack und die Crema (den dichten, braunen Schaum an der Oberfläche). In der Welt des Spezialitätenkaffees spielt Robusta jedoch kaum eine Rolle. Dies könnte sich aber in Zukunft ändern, denn es finden immer mehr Experimente im Anbau statt, Robusta zu pflanzen und ernten, der aromatisch interessanter wird. Besonders vor dem Hintergrund dem Klimawandel mit seinen starken klimatischen Schwankungen wird die weniger anfällige Robusta-Pflanze immer interessanter.

Aktuell besetzen aber weiterhin die verschiedenen Varietäten (= Untersorten) der Arabica-Bohne die Hauptrollen. Die Varietäten gehören mit zum Trend, Kaffees mit speziellen Charakteren, die etwas über die Herkunft aussagen, anzubieten.

 

Kaffeevarietäten in der Arabica-Familie

Die Kaffeepflanze stammt ursprünglich aus Äthiopien. Als Kaffee immer beliebter als Getränk und damit auch interessanter als Exportgut wurde, sicherten sich osmanische Händler ein Exklusivrecht auf den Export.

Der Mythos besagt nun, dass Holländer eine Handvoll Kaffeekirschen aus Äthiopien nach Europa schmuggelten. Dies würde bedeuten, dass alle heutigen Varietäten genetisch von dieser kleinen Menge abstammen. Diese Kaffeekirschen wanderten zuerst nach Amsterdam und von dort nach Bourbon (das heutige La Réunion) im Indischen Ozean, wo die Kaffeepflanzen zuerst angebaut wurden. Später verbreiteten sich die Pflanzen nach Südamerika und Asien. 

Mittlerweile gibt es Hunderte von Varietäten, die zum Teil durch Mutationen in der Natur oder durch gezielte Züchtungen entstanden. 

Zu bekannten Varietäten gehören: Bourbon, Typica, Maragogype oder Geisha.

Gerade letztere sorgte vor einigen Jahren für viel Aufsehen, da ein Pfund der Sorte Geisha aus Panama vor ca. 10 Jahren bei einer Auktion den unglaublichen Preis von 120 USD erzielte - und zwar für einen Rohkaffee! Der Hype hat dazu geführt, dass Produzenten in aller Welt Geisha anbauten, weil sie ebenfalls auf das große Geld hofften. Dies ging allerdings nach hinten los, denn die Geisha, die in anderen Regionen angebaut wurde, schmeckte nicht wie erwartet. Da die Kaffeepflanze so sensibel ist, sorgen unterschiedliche Böden und das jeweilige Klima für einen ganz anderen Geschmack.

 

Kaffeesorten sind nur begrenzt aussagekräftig

Somit sind die Kaffeevarietäten auch nur sehr begrenzt aussagekrätig. Viele Röster geben sie deshalb auch nicht auf der Verpackung an, selbst wenn sie bestimmte Varietäten rösten und einzeln verpacken. Mindestens genauso wichtig ist die genaue Herkunft des Kaffees, die verschiedene Parameter bestimmt wie Klima, Böden, Anbauhöhe usw. 

Die Information aus Sorte und Region kann einem Kaffeeexperten einiges über den zu erwartenden Geschmack geben. Für die meisten von uns ist dies aber zu komplex. Worauf man aber trotzdem beim Geschmack eines Kaffees achten kann, bzw. wie man einen Kaffee findet, der einem schmeckt, beschreibe ich im folgenden Blogartikel: Wie entsteht Geschmack im Kaffee?

Ansonsten kann ich empfehlen, einfach mal verschiedene Kaffees nebeneinander durchzuprobieren. Hier empfiehlt sich natürlich unser TRY Kaffee Set

In diesem Sinne, bleibt neugierig!

Euer
Jörn Gutowski
Gründer, TRY FOODS


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